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Vielleicht hat Ihr Arzt Ihnen Paroxetin gegen Angststörungen oder Depressionen verschrieben. Oder Sie nehmen es bereits und fragen sich, warum Sie sich so müde fühlen oder ob Sie es mit einem Glas Wein kombinieren können. Möglicherweise denken Sie auch über das Absetzen nach und haben von den berüchtigten Entzugserscheinungen gehört.
Paroxetin gehört zu den am häufigsten verschriebenen Antidepressiva in Deutschland. Gleichzeitig ist es eines der Medikamente, bei denen Patienten am meisten über Probleme beim Absetzen berichten. In diesem Artikel erfahren Sie, was Sie wirklich über Paroxetin wissen müssen. Von der Wirkung über Nebenwirkungen bis zum richtigen Absetzen.
Paroxetin ist ein verschreibungspflichtiges Antidepressivum aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, kurz SSRI. Der Wirkstoff wird in Deutschland unter verschiedenen Handelsnamen vertrieben, am bekanntesten ist Seroxat. Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Generika.
SSRIs wie Paroxetin greifen in den Stoffwechsel des Botenstoffs Serotonin ein. Serotonin ist ein Neurotransmitter, der im Gehirn für die Regulation von Stimmung, Angst, Schlaf und vielen anderen Funktionen zuständig ist. Bei Depressionen und Angststörungen geht man davon aus, dass zu wenig Serotonin zwischen den Nervenzellen verfügbar ist.
Normalerweise wird Serotonin nach der Freisetzung zwischen zwei Nervenzellen wieder in die sendende Zelle aufgenommen. Paroxetin blockiert genau diesen Prozess. Das Serotonin bleibt länger im Spalt zwischen den Nervenzellen und kann dort länger wirken. Der Serotoninspiegel steigt.
Diese biochemische Veränderung klingt simpel, hat aber weitreichende Folgen für das gesamte Nervensystem. Serotonin beeinflusst nicht nur die Stimmung, sondern auch Appetit, Sexualfunktion, Schlaf, Schmerzempfinden und viele andere Körperfunktionen. Das erklärt, warum Paroxetin sowohl therapeutische Wirkungen als auch vielfältige Nebenwirkungen hat.
Die Hauptanwendungsgebiete von Paroxetin sind:
Depressive Episoden: Bei mittelschweren bis schweren Depressionen wird Paroxetin eingesetzt, um die Stimmung zu heben, Antriebslosigkeit zu verringern und die Lebensqualität zu verbessern.
Angststörungen: Hier zeigt Paroxetin oft gute Wirksamkeit, inklusive generalisierter Angststörung, sozialer Phobie, Panikstörung und posttraumatischer Belastungsstörung.
Zwangsstörungen: Paroxetin kann die Häufigkeit und Intensität von Zwangsgedanken und Zwangshandlungen reduzieren.
Andere Anwendungen: In manchen Fällen wird Paroxetin auch bei chronischen Schmerzen, prämenstruellem Syndrom oder in der Menopause gegen Hitzewallungen verschrieben.
Paroxetin ist in Deutschland verschreibungspflichtig. Sie benötigen ein Rezept von einem Arzt oder Psychiater. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, wenn eine entsprechende Diagnose vorliegt.
Im Gegensatz zu Benzodiazepinen (wie Diazepam oder Lorazepam) fällt Paroxetin nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Es hat auch kein Abhängigkeitspotential im klassischen Sinne.
Sie entwickeln keine Toleranz und müssen die Dosis nicht steigern, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Trotzdem kann das Absetzen schwierig sein, dazu später mehr.
Für viele Menschen ist Paroxetin in erster Linie ein Medikament gegen Angst. Tatsächlich ist es eines der am besten untersuchten Antidepressiva für verschiedene Angststörungen.
Menschen mit GAS leiden unter anhaltenden, übermäßigen Sorgen über alltägliche Dinge. Studien zeigen, dass 60-70% der Patienten auf Paroxetin ansprechen. Die ständige innere Anspannung lässt nach, Sorgen werden kontrollierbarer, körperliche Symptome wie Muskelverspannungen oder Schlafstörungen bessern sich.
Die Angst vor sozialen Situationen, vor Bewertung durch andere, vor öffentlichem Sprechen. All das kann durch Paroxetin gemildert werden. Viele Patienten berichten, dass sie nach einigen Wochen wieder Veranstaltungen besuchen oder Präsentationen halten können, die vorher unmöglich schienen.
Panikattacken können durch Paroxetin deutlich reduziert werden. Sowohl die Häufigkeit als auch die Intensität der Attacken nimmt ab. Ebenso verringert sich die Erwartungsangst, die oft zwischen den Attacken besteht.
Nach traumatischen Erlebnissen kann Paroxetin helfen, Flashbacks, Alpträume und Übererregung zu reduzieren. Die Wirkung ist hier allerdings individuell sehr unterschiedlich.
Paroxetin behandelt die neurobiologischen Aspekte der Angst, aber nicht die zugrundeliegenden Denkmuster oder Vermeidungsverhalten. Deshalb wird die Einnahme idealerweise mit Psychotherapie kombiniert, besonders mit kognitiver Verhaltenstherapie.
Medikamente können einen Zustand schaffen, in dem Therapie überhaupt erst möglich wird. Wenn jemand vor Angst kaum das Haus verlassen kann, ist eine Expositionstherapie schwierig. Paroxetin kann die Angst so weit reduzieren, dass therapeutische Arbeit möglich wird.
Nicht jeder spricht auf Paroxetin an. Bei etwa 30-40% der Patienten bleibt die Wirkung aus oder ist unzureichend. In solchen Fällen kann ein Wechsel auf ein anderes Antidepressivum sinnvoll sein.
Mehr als die Hälfte der Anwender erlebt Nebenwirkungen. Häufigkeit und Ausprägung hängen von Dosis, individueller Empfindlichkeit und Einnahmedauer ab.
Die häufigsten Nebenwirkungen:
| Nebenwirkung | Häufigkeit |
| Übelkeit | bis etwa 36 % |
| Mundtrockenheit | bis 21 % |
| Durchfall | bis 19 % |
| Verstopfung | bis 16 % |
| Schläfrigkeit | bis 24 % |
| Kopfschmerzen | bis 27 % |
| Tremor | bis 15 % |
| Schwindel | bis 14 % |
| Schwitzen | bis 14 % |
| Schlafstörungen | bis 24 % |
| Sexuelle Funktionsstörungen | Männer: Ejakulationsstörungen bis 28 %, verminderte Libido bis 15 %; Orgasmus-/Erregungsstörungen möglich |
Weitere häufige Effekte (1–10 Prozent)
Seltenere, aber wichtige Risiken
Besondere Patientengruppen
Hinweis: Wenn neue oder ausgeprägte Symptome auftreten, insbesondere Warnzeichen wie Fieber, Verwirrtheit, starke Unruhe, Muskelzuckungen, Synkopen, Sehstörungen oder Blutungszeichen, ist eine rasche ärztliche Abklärung erforderlich.
Etwa jeder vierte Patient, der Paroxetin einnimmt, klagt über ausgeprägte Müdigkeit. Manche beschreiben es als ständiges Gefühl, durch Watte zu waten. Andere berichten, dass sie 10-12 Stunden schlafen könnten und trotzdem nicht ausgeruht sind.
Diese Müdigkeit ist mehr als nur ein lästiger Nebeneffekt. Sie kann die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen, das Autofahren gefährlich machen und die Lebensqualität massiv einschränken. Paradoxerweise nehmen viele Menschen Paroxetin, um wieder funktionsfähig zu werden und fühlen sich dann zu müde, um ihr Leben zu leben.
Der Grund liegt in der Wirkweise des Medikaments. Serotonin beeinflusst nicht nur die Stimmung, sondern auch den Schlaf-Wach-Rhythmus. Wenn Sie den Serotoninspiegel künstlich erhöhen, kann das zu einem sedierenden Effekt führen.
Zusätzlich blockiert Paroxetin schwach auch Histamin-Rezeptoren. Histamin ist ein Wachmacher im Gehirn. Wenn Sie diese Rezeptoren blockieren, entsteht Müdigkeit. Das ist derselbe Mechanismus wie bei älteren Antihistaminika gegen Allergien, die als Nebenwirkung müde machen.
Ein weiterer Faktor: Paroxetin kann die Schlafarchitektur verändern. Viele Patienten schlafen zwar länger, haben aber weniger Tiefschlaf und REM-Schlaf. Der Schlaf ist weniger erholsam, auch wenn Sie lange im Bett liegen.
Wenn die Müdigkeit so stark ist, dass Sie:
…dann ist ein Gespräch mit Ihrem Arzt dringend nötig. Möglicherweise ist ein anderes Antidepressivum besser für Sie geeignet. Manche SSRIs wie Fluoxetin (Prozac) wirken aktivierender statt sedierend.
Paroxetin und Alkohol wirken beide auf das zentrale Nervensystem. Beide haben eine sedierende, dämpfende Wirkung. Wenn Sie sie kombinieren, verstärken sie sich gegenseitig und zwar unvorhersehbar stark.
Ein Glas Wein kann sich plötzlich anfühlen wie drei. Sie werden schneller betrunken, die Koordination ist stärker beeinträchtigt, die Reaktionszeit länger. Manche Menschen erleben auch einen Blackout. Sie können sich am nächsten Tag nicht mehr an den Abend erinnern.
Alkohol ist selbst ein Depressivum. Er dämpft das zentrale Nervensystem und kann depressive Symptome verstärken. Wenn Sie Paroxetin gegen Depression oder Angst nehmen, sabotieren Sie mit Alkohol aktiv Ihre Behandlung.
Viele Patienten berichten, dass sie am Tag nach dem Trinken deutlich ängstlicher und depressiver sind als sonst. Die “Hangxiety” (Hangover + Anxiety) ist unter Paroxetin besonders ausgeprägt. Was als Versuch begann, sich zu entspannen, führt zu einer Verschlechterung genau der Symptome, die Sie behandeln wollen.
Die Frage nach Langzeitschäden ist komplex und wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Während Paroxetin für die Kurz- und Mittelfristbehandlung gut untersucht ist, fehlen Langzeitstudien über 5-10 Jahre oder länger weitgehend.
Die ehrliche Antwort: Wir wissen es nicht genau. Es gibt Beobachtungen, Einzelfallberichte und kleinere Studien, aber keine groß angelegten, kontrollierten Langzeitstudien.
Das Absetzen von Paroxetin ist für viele Menschen die größte Herausforderung. Obwohl manche das Medikament problemlos beenden können, erleben andere Wochen oder Monate quälender Entzugssymptome. Paroxetin hat unter allen SSRIs den Ruf, am schwersten absetzbar zu sein.
Der Grund liegt in der kurzen Halbwertszeit. Die Halbwertszeit gibt an, wie lange es dauert, bis die Hälfte des Wirkstoffs aus dem Körper verschwunden ist. Bei Paroxetin beträgt sie nur etwa 24 Stunden. Das bedeutet: Wenn Sie eine Dosis auslassen, sinkt der Serotoninspiegel im Gehirn rapide ab.
Ihr Gehirn hat sich über Wochen, Monate oder Jahre an den künstlich erhöhten Serotoninspiegel gewöhnt. Es hat seine eigene Serotoninproduktion heruntergefahren, Rezeptoren angepasst, ein neues Gleichgewicht gefunden. Wenn Sie Paroxetin absetzen, muss sich das gesamte System wieder umstellen…und das braucht Zeit.
Zum Vergleich: Fluoxetin hat eine Halbwertszeit von mehreren Tagen bis Wochen. Es schleicht sich quasi selbst aus. Paroxetin tut das nicht. Der plötzliche Serotoninabfall löst eine Kaskade neurologischer Anpassungsprozesse aus, die Sie als Entzugssymptome erleben.
Medizinisch wird das als “SSRI-Discontinuation-Syndrom” bezeichnet. Der Begriff klingt harmlos, als würde man einfach aufhören. Die Realität ist für viele Menschen härter.
Studien zeigen, dass 40-60% aller Menschen, die Paroxetin absetzen, Entzugssymptome erleben. Bei 10-20% sind diese Symptome so schwer, dass sie ihr tägliches Leben massiv beeinträchtigen. Manche können nicht arbeiten, nicht autofahren, nicht für ihre Kinder sorgen.
Die Symptome sind vielfältig und werden oft in körperliche, psychische und neurologische Kategorien unterteilt:
Bei abruptem Absetzen treten die ersten Symptome oft schon nach 24-48 Stunden auf. Der Höhepunkt liegt meist zwischen Tag 3 und Tag 7. Danach klingen die Symptome bei vielen Menschen langsam über 2-4 Wochen ab.
Aber: Bei etwa 10-20% halten die Entzugssymptome deutlich länger an. Wochen oder Monate. In seltenen Fällen berichten Menschen von anhaltenden Symptomen über ein Jahr oder länger. Dieses Phänomen wird als “protrahiertes Absetzsyndrom” bezeichnet und ist noch wenig erforscht.
Dosis: Je höher die Dosis, desto wahrscheinlicher und stärker die Entzugssymptome. Wer 60 mg absetzt, hat mehr Probleme als jemand, der 10 mg absetzt.
Einnahmedauer: Je länger Sie Paroxetin genommen haben, desto stärker hat sich Ihr Gehirn angepasst. Nach mehreren Jahren ist das Absetzen oft schwieriger als nach einigen Monaten.
Geschwindigkeit des Absetzens: Das ist der wichtigste modifizierbare Faktor. Abruptes Absetzen führt fast immer zu Problemen. Langsames Ausschleichen über Monate reduziert das Risiko deutlich.
Individuelle Sensitivität: Manche Menschen sind einfach empfindlicher für neurologische Veränderungen. Das ist keine Charakterschwäche, sondern vermutlich genetisch bedingt.
Frühere Entzugserfahrungen: Wenn Sie bereits beim ersten Absetzversuch starke Symptome hatten, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es beim nächsten Mal ähnlich wird.
Viele Menschen erleben folgenden Zyklus: Sie setzen Paroxetin ab, bekommen starke Entzugssymptome, halten es nicht aus, nehmen das Medikament wieder. Die Symptome verschwinden meist innerhalb von Stunden oder Tagen. Das bestätigt: Es waren Entzugssymptome, nicht ein Rückfall der Depression.
Aber: Jeder erneute Start und jede erneute Erfahrung mit dem Absetzen von Paroxetin kann das Gehirn weiter sensibilisieren. Manche Experten sprechen von “Kindling”. Einem Prozess, bei dem wiederholte Entzüge immer schwerer werden.
Deshalb ist es so wichtig, das Absetzen richtig zu planen. Ein gescheiterter Absetzversuch ist frustrierend und kann das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, das Medikament zu beenden, untergraben.
Paroxetin ist ein wirksames Medikament gegen Depressionen und Angststörungen. Es kann Leben retten und Leid lindern. Gleichzeitig ist es kein Medikament ohne Risiken.
Die Nebenwirkungen sind real und betreffen die Mehrheit der Anwender. Müdigkeit, sexuelle Funktionsstörungen, Gewichtszunahme. Das sind keine Kleinigkeiten, sondern Probleme, die die Lebensqualität beeinträchtigen können.
Die Kombination mit Alkohol ist problematisch und sollte vermieden werden. Langzeitfolgen sind noch nicht vollständig geklärt, aber es gibt Hinweise auf mögliche Probleme bei jahrelanger Einnahme.
Das Absetzen von Paroxetin ist für viele Menschen die größte Herausforderung. Die Entzugssymptome können intensiv und langanhaltend sein. Aber mit der richtigen Strategie ist es machbar.
Wenn Sie Paroxetin einnehmen oder darüber nachdenken, sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt über Ihre Sorgen. Holen Sie sich eine zweite Meinung, wenn Sie unsicher sind. Informieren Sie sich, aber verfallen Sie nicht in Panik wegen jeder möglichen Nebenwirkung.
Für manche Menschen ist Paroxetin die richtige Wahl, für andere nicht. Es gibt viele andere Behandlungsoptionen, wie andere Antidepressiva, Psychotherapie, Kombinationstherapien. In unserer Klinik arbeiten wir mit evidenzbasierten Methoden und begleiten Sie sowohl bei der Einstellung auf Medikamente als auch beim Absetzen.
Sie sind nicht allein mit Ihren Fragen und Sorgen. Professionelle Hilfe ist verfügbar.
Koffein und Paroxetin wirken beide auf das zentrale Nervensystem, allerdings in entgegengesetzter Richtung. Während Paroxetin beruhigend wirkt, regt Koffein an.
In moderaten Mengen ist Kaffee meist unbedenklich, kann aber bei empfindlichen Personen Unruhe, Herzklopfen oder Schlafprobleme auslösen. Energy Drinks mit hohem Koffein- und Zuckergehalt sind weniger empfehlenswert, da sie Nebenwirkungen wie Zittern oder Nervosität verstärken können. Wer unter Angststörungen leidet, sollte koffeinhaltige Getränke besser einschränken.
Eine zu niedrige Dosis macht sich oft dadurch bemerkbar, dass die ursprünglichen Beschwerden wie Angst, Antriebslosigkeit oder depressive Stimmung anhalten. Ist die Dosis zu hoch, treten häufiger Schläfrigkeit, Benommenheit, Schwitzen oder Zittern auf.
Manche Patienten berichten auch über verstärkte innere Unruhe zu Beginn der Therapie. Bei solchen Anzeichen sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen. Kleine Anpassungen können oft bereits große Unterschiede bewirken.
Das hängt davon ab, wie Sie das Medikament vertragen. Viele Menschen empfinden Paroxetin als beruhigend und nehmen es daher abends ein, um die Müdigkeit für den Schlaf zu nutzen. Wenn es jedoch zu Schlafstörungen oder Unruhe führt, ist die Einnahme am Morgen günstiger. Wichtig ist, dass Sie Paroxetin jeden Tag zur gleichen Zeit einnehmen, damit der Wirkstoffspiegel konstant bleibt.
Bei vielen Betroffenen normalisiert sich das Gewicht nach dem Absetzen allmählich, sobald sich Appetit und Stoffwechsel stabilisieren. Dieser Prozess kann einige Monate dauern. Wenn sich während der Einnahme Essgewohnheiten verändert haben, kann ein Teil des Gewichts bestehen bleiben. Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und ein schrittweises Ausschleichen fördern eine natürliche Gewichtsregulierung.
Alle drei Medikamente gehören zur Gruppe der SSRIs, unterscheiden sich jedoch in Wirkdauer und Nebenwirkungen. Paroxetin hat die kürzeste Halbwertszeit und wirkt oft stärker beruhigend, was das Absetzen erschweren kann.
Sertralin wird häufig als etwas aktivierender beschrieben und eignet sich gut bei Angst- und Zwangsstörungen.
Fluoxetin hat die längste Halbwertszeit und ist dadurch leichter auszuschleichen. Die Wahl hängt von Ihrer individuellen Reaktion und dem Beschwerdebild ab.
Sexuelle Funktionsstörungen sind eine häufige Nebenwirkung von Paroxetin. Viele Patienten berichten über geringere Lust, verzögerten Orgasmus oder Erektionsprobleme. Bei manchen bessern sich die Beschwerden nach dem Absetzen, bei anderen bleiben sie teilweise bestehen. Dieses Phänomen wird als Post-SSRI Sexual Dysfunction (PSSD) bezeichnet. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt, wenn solche Probleme auftreten. In einigen Fällen kann ein Präparatwechsel helfen.
Paroxetin kann die Schlafstruktur verändern und lebhafte, intensive Träume verursachen. Manche Menschen schlafen zwar länger, empfinden den Schlaf aber als weniger erholsam. Häufig ist der REM-Schlaf verkürzt. Eine gute Schlafhygiene mit festen Schlafzeiten, gedämpftem Licht und dem Verzicht auf Koffein am Nachmittag kann helfen, die Schlafqualität zu verbessern.
Ja, eine Reha kann sehr hilfreich sein, wenn das Absetzen schwerfällt oder starke Entzugserscheinungen auftreten. In einer psychosomatischen oder psychiatrischen Reha erfolgt das Ausschleichen unter ärztlicher Aufsicht und in stabiler Umgebung.
Strukturierte Tagesabläufe, Bewegung, Entspannungstechniken und psychologische Unterstützung fördern die Anpassung des Nervensystems und mindern die Beschwerden.
Auch begleitende Angebote wie Achtsamkeitstraining, Ergotherapie oder Ernährungsberatung können den Erholungsprozess unterstützen.
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