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Medizinisch geprüft von Dr. med. Sarah Boss
Fakten geprüft

Fentanyl gehört zu den stärksten Schmerzmitteln, die in der modernen Medizin eingesetzt werden. In kontrollierten Dosen rettet es Leben und lindert unerträgliche Schmerzen bei Krebspatienten oder nach schweren Operationen. Gleichzeitig ist es einer der gefährlichsten Stoffe überhaupt, wenn er missbraucht wird oder unkontrolliert auf den Schwarzmarkt gelangt. 

Die Zahlen sprechen für sich: Fentanyl ist etwa 50- bis 100-mal stärker als Morphin und 30- bis 50-mal potenter als Heroin. Schon winzige Mengen können tödlich sein. In den USA ist Fentanyl zur Hauptursache für tödliche Überdosierungen geworden. Auch in Europa steigt die Zahl der Todesfälle durch verunreinigte Drogen, die mit Fentanyl gestreckt wurden.

Viele Menschen kommen das erste Mal mit Fentanyl in Berührung, wenn ihnen ein Arzt ein Fentanyl-Pflaster gegen chronische Schmerzen verschreibt. Andere geraten durch den Missbrauch verschreibungspflichtiger Opioide oder durch verunreinigte Straßendrogen in eine Abhängigkeit, aus der es ohne professionelle Hilfe kaum ein Entkommen gibt. 

Dieser Artikel erklärt wie schnell eine Fentanyl-Abhängigkeit entsteht, welche Symptome auf eine Überdosierung hindeuten und warum die Kombination mit Alkohol oft tödlich endet.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Fentanyl ist ein synthetisches Opioid, das 50- bis 100-mal stärker als Morphin und deutlich potenter als Heroin ist.
  • Die tödliche Dosis liegt bei nur 2 bis 3 Milligramm für Menschen ohne Opioid-Toleranz. Schon kleinste Mengen können zum Atemstillstand führen.
  • Fentanyl-Abhängigkeit kann bereits nach wenigen Tagen bis Wochen regelmäßiger Einnahme entstehen. Physische und psychische Abhängigkeit entwickeln sich oft parallel.
  • Typische Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Übelkeit, Verstopfung, Schwindel und Atemdepression. Psychisch kann Fentanyl Verwirrtheit, Angst oder Halluzinationen auslösen.
  • Eine Überdosierung zeigt sich durch flache Atmung, blaue Lippen, Bewusstlosigkeit und kann innerhalb von Minuten zum Tod führen. Naloxon kann Leben retten, wenn es rechtzeitig gegeben wird.
  • Die tödliche Kombination von Fentanyl und Alkohol verstärkt die Atemdepression enorm.
  • Fentanyl-Pflaster absetzen sollte niemals abrupt erfolgen. Ein langsames Ausschleichen unter ärztlicher Aufsicht reduziert Entzugssymptome und Rückfallrisiko.
  • Fentanyl ist deutlich stärker als Oxycodon. Der Wechsel zwischen beiden Substanzen muss sorgfältig dosiert werden, um Überdosierungen zu vermeiden.
  • Eine Reha bietet strukturierte Unterstützung beim Entzug, therapeutische Begleitung und langfristige Strategien für ein Leben ohne Opioide.

Fentanyl ist ein vollsynthetisches Opioid. Es gehört zur Gruppe der stark wirksamen Schmerzmittel und wird vor allem dort eingesetzt, wo andere Opioide nicht mehr ausreichen. In der Anästhesie, bei schweren Verletzungen, in der Krebstherapie und nach großen Operationen hat Fentanyl seinen festen Platz.

Der Wirkstoff bindet an Opioidrezeptoren im Gehirn und Rückenmark. Diese Rezeptoren steuern Schmerzwahrnehmung, Atmung, Stimmung und Belohnung. Wenn Fentanyl diese Rezeptoren aktiviert, schaltet es das Schmerzempfinden nahezu vollständig aus. Gleichzeitig löst es ein Gefühl der Entspannung und Euphorie aus, das schnell zur psychischen Abhängigkeit führen kann.

Medizinische Anwendungsgebiete

In der klinischen Praxis wird Fentanyl in verschiedenen Darreichungsformen verwendet:

DarreichungsformAnwendungsbereichBesonderheiten
Pflaster (transdermal)Chronische Tumor- und DauerschmerzenWechsel alle 72 Stunden, gleichmäßige Wirkung
Injektionen (i.v.)Notfallmedizin, Rettungsdienst, OperationenExtrem starke, schnelle Wirkung
Lutschtabletten, NasenspraysDurchbruchschmerzenSchnell, aber kürzere Wirkdauer
InfusionspumpenPalliativpatienten, IntensivstationenProgrammierbar, auf Knopfdruck abrufbar

Verfügbarkeit und Verschreibungspflicht

Fentanyl unterliegt in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz. Sie benötigen ein spezielles Betäubungsmittelrezept von einem Arzt, um es legal zu erhalten. Die Abgabe wird streng kontrolliert und dokumentiert. Jede Verschreibung muss medizinisch begründet sein.

Auf dem Schwarzmarkt ist Fentanyl dennoch weit verbreitet. Oft wird es illegal aus China oder Mexiko eingeschmuggelt oder in Hinterhof-Laboren hergestellt. Straßendrogen wie Heroin, gefälschte Schmerztabletten oder sogar Kokain werden zunehmend mit Fentanyl gestreckt. Die Konsumenten wissen häufig nicht, dass sie Fentanyl nehmen, was das Risiko einer tödlichen Überdosierung dramatisch erhöht.

Der Grund für diese gefährliche Praxis: Fentanyl ist billig herzustellen und extrem potent. Dealer können mit winzigen Mengen große Profite machen. Für die Konsumenten ist diese Entwicklung lebensbedrohlich, da die Dosierung auf der Straße völlig unkontrollierbar ist.

Um zu verstehen, warum Fentanyl so gefährlich ist, muss man wissen, wie es im Körper funktioniert. Der Schlüssel liegt in den Opioidrezeptoren, speziellen Andockstellen auf der Oberfläche von Nervenzellen.

Der Mechanismus im Gehirn

Im menschlichen Gehirn gibt es drei Haupttypen von Opioidrezeptoren: Mu, Kappa und Delta. Fentanyl bindet hauptsächlich an die Mu-Rezeptoren. Diese Rezeptoren befinden sich in Hirnregionen, die für Schmerzverarbeitung, Atmung, Belohnung und Emotionen zuständig sind.

Normalerweise aktiviert der Körper diese Rezeptoren mit körpereigenen Opioiden, den Endorphinen. Diese werden bei Stress, Schmerz oder intensiver körperlicher Anstrengung freigesetzt und dämpfen Schmerz und Unbehagen. Fentanyl imitiert diese natürlichen Botenstoffe, allerdings mit einer unvergleichlich stärkeren Wirkung.

Wenn Fentanyl an die Mu-Rezeptoren andockt, passiert Folgendes:

  • Schmerzlinderung: Die Weiterleitung von Schmerzsignalen wird blockiert. Selbst stärkste Schmerzen werden nicht mehr als quälend empfunden oder verschwinden ganz.
  • Atemdepression: Die Atmung wird langsamer und flacher. Bei hohen Dosen kann die Atmung komplett zum Stillstand kommen. Das ist die häufigste Todesursache bei Fentanyl-Überdosierungen.
  • Euphorie und Belohnung: Im Belohnungszentrum des Gehirns wird Dopamin freigesetzt. Das erzeugt ein intensives Glücksgefühl, das süchtig macht und zur psychischen Abhängigkeit führt.
  • Sedierung: Fentanyl dämpft das zentrale Nervensystem. Anwender werden schläfrig, ruhig, manchmal benommen bis zur Bewusstlosigkeit.
  • Verlangsamung der Darmtätigkeit: Wie alle Opioide verlangsamt Fentanyl die Verdauung und führt häufig zu Verstopfung.

Potenz im Vergleich zu Morphin und Heroin

Die Stärke von Fentanyl ist schwer in Worte zu fassen. Hier ein direkter Vergleich:

  • Morphin ist der Standard, an dem andere Opioide gemessen werden.
  • Fentanyl ist 50- bis 100-mal stärker als Morphin.
  • Heroin ist etwa 2- bis 3-mal stärker als Morphin.

Das bedeutet: Fentanyl ist 30- bis 50-mal potenter als Heroin. Eine Menge, die bei Heroin noch beherrschbar wäre, führt bei Fentanyl sofort zur lebensbedrohlichen Überdosierung.

Warum ist Fentanyl so stark?

Die extreme Potenz von Fentanyl hat chemische Gründe. Fentanyl ist sehr lipophil, das heißt fettlöslich. Es durchdringt die Blut-Hirn-Schranke besonders schnell und effizient. Innerhalb von Sekunden nach einer Injektion erreicht es das Gehirn und entfaltet seine volle Wirkung.

Fentanyl-Pflaster sind eine der häufigsten Darreichungsformen in der Schmerztherapie. Sie werden auf die Haut geklebt und geben den Wirkstoff kontinuierlich über 72 Stunden ab. Für Patienten mit chronischen Schmerzen bieten sie eine gleichmäßige Schmerzlinderung ohne ständige Tabletteneinnahme.

Wann werden Fentanyl-Pflaster verschrieben?

Die Pflaster kommen vor allem bei schweren, anhaltenden Schmerzen zum Einsatz: bei Tumorschmerzen, chronischen Rückenschmerzen nach Bandscheibenvorfällen oder Nervenschäden, neuropathischen Schmerzen und in der Palliativversorgung. Die Verschreibung erfolgt nur, wenn der Patient bereits eine gewisse Opioid-Toleranz entwickelt hat. Ein direkter Einstieg mit Fentanyl-Pflastern wäre viel zu riskant.

Häufige Nebenwirkungen

Auch bei korrekter Anwendung verursachen Fentanyl-Pflaster bei vielen Patienten Nebenwirkungen. Die folgende Tabelle zeigt Nebenwirkungen aus klinischen Studien mit 1.854 Fentanyl-behandelten Patienten:

NebenwirkungHäufigkeit
Kopfschmerzen11,8 %
Durchfall9,6 %
Bauchschmerzen2,9 %
Tremor (Zittern)2,6 %
Angst2,5 %
Parästhesie (Kribbeln, Taubheit)1,8 %
Verwirrtheit1,7 %
Harnverhalt1,4 %
Halluzinationen1,2 %
Hautausschlag (Erythem)1,2 %
Überempfindlichkeit1,0 %

Zusätzlich berichten viele Patienten über Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Schläfrigkeit, Schwindel, Mundtrockenheit und Schwitzen. Diese Symptome treten bei mehr als 10 Prozent der Anwender auf.

Besondere Risiken

Das größte Risiko ist die Atemdepression, besonders nachts oder in Kombination mit Schlafmitteln, Beruhigungsmitteln oder Alkohol. An der Klebestelle können Hautreaktionen auftreten. Bei längerer Anwendung entwickelt sich eine Toleranz, die eine höhere Dosis erfordert und das Risiko einer Abhängigkeit erhöht. Fentanyl interagiert mit vielen anderen Medikamenten, besonders kritisch sind Benzodiazepine, Antidepressiva und Antihistaminika.

Wer Fentanyl-Pflaster verwendet, sollte regelmäßig ärztlich kontrolliert werden. Beim geringsten Verdacht auf Überdosierung ist sofort medizinische Hilfe nötig.

Fentanyl-Abhängigkeit ist eine der größten Gefahren bei der Anwendung dieses Opioids. Selbst bei ärztlich verordneter Einnahme kann der Körper binnen kurzer Zeit abhängig werden. Bei Missbrauch oder unkontrolliertem Konsum entwickelt sich die Sucht noch schneller und heftiger.

Die Abhängigkeit hat zwei Gesichter: die körperliche und die psychische Komponente. Beide verstärken sich gegenseitig und machen den Ausstieg ohne professionelle Hilfe nahezu unmöglich.

Wie schnell macht Fentanyl abhängig?

Die Geschwindigkeit, mit der sich eine Fentanyl-Abhängigkeit entwickelt, hängt von mehreren Faktoren ab: Dosis, Häufigkeit der Einnahme, Darreichungsform und individuelle Veranlagung.

Bei medizinischer Anwendung

Patienten, die Fentanyl-Pflaster nach ärztlicher Anweisung verwenden, entwickeln oft schon nach 2 bis 4 Wochen eine körperliche Abhängigkeit. Das bedeutet nicht automatisch Sucht, aber der Körper hat sich an die Substanz gewöhnt. Ein plötzliches Absetzen führt zu Entzugserscheinungen.

Bei Missbrauch

Wer Fentanyl missbräuchlich einnimmt, etwa intravenös spritzt oder das Pflaster zerkaut und schluckt, kann bereits nach wenigen Tagen abhängig werden. Die hohe Dosis und der schnelle Wirkeintritt verstärken die Euphorie und aktivieren das Belohnungssystem im Gehirn extrem stark. Das Gehirn lernt blitzschnell: Fentanyl ist Belohnung.

Straßenkonsum

Menschen, die verunreinigte Drogen konsumieren, die mit Fentanyl gestreckt sind, rutschen oft unbemerkt in die Abhängigkeit. Sie denken, sie nehmen Heroin, aber das Fentanyl wirkt viel stärker und schneller. Die psychische Abhängigkeit setzt binnen Tagen ein.

Symptome einer Fentanyl-Abhängigkeit

Woran erkennt man, dass eine Abhängigkeit entstanden ist? Die Symptome sind vielfältig und betreffen Körper und Psyche gleichermaßen.

Körperliche Abhängigkeit zeigt sich durch:

  • Toleranzentwicklung: Die bisherige Dosis reicht nicht mehr aus. Es wird immer mehr Fentanyl benötigt, um die gleiche Wirkung oder Schmerzlinderung zu erzielen. Das ist ein Warnsignal.
  • Entzugssymptome bei ausbleibender Dosis: Schon wenige Stunden nach der letzten Einnahme können Unruhe, Schwitzen, Muskelschmerzen, Übelkeit oder Durchfall auftreten. Der Körper verlangt nach Nachschub.
  • Fixierung auf das Medikament: Gedanken kreisen ständig darum, wann die nächste Dosis fällig ist. Die Angst, ohne Fentanyl auskommen zu müssen, wird übermächtig.
  • Psychische Abhängigkeit äußert sich durch:
  • Craving: Ein unstillbares Verlangen nach Fentanyl, das alle anderen Bedürfnisse überschattet. Betroffene denken pausenlos an die nächste Einnahme.
  • Kontrollverlust: Der Versuch, die Dosis zu reduzieren oder ganz aufzuhören, scheitert immer wieder. Das Medikament hat die Kontrolle übernommen.
  • Vernachlässigung von Pflichten und Beziehungen: Arbeit, Familie, Freunde rücken in den Hintergrund. Das Leben dreht sich nur noch um die Beschaffung und Einnahme von Fentanyl.
  • Risikobereitschaft: Betroffene nehmen extreme Risiken in Kauf, etwa illegale Beschaffung, Diebstahl von Medikamenten oder gefährliche Dosierungen.
  • Emotionale Abhängigkeit: Ohne Fentanyl fühlt sich das Leben leer, grau und unerträglich an. Die Substanz wird zur Krücke für jede emotionale Herausforderung.

Risikofaktoren für eine schnellere Abhängigkeit

Nicht jeder Mensch wird gleich schnell abhängig. Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko:

  • Genetische Veranlagung: Manche Menschen haben eine genetisch bedingte Anfälligkeit für Suchterkrankungen. Wenn Abhängigkeiten in der Familie vorkommen, ist das Risiko erhöht.
  • Frühere Suchterkrankungen: Wer bereits mit Alkohol, anderen Drogen oder Medikamenten Probleme hatte, rutscht schneller in eine Opioid-Abhängigkeit.
  • Psychische Vorerkrankungen: Depressionen, Angststörungen, Traumata oder PTBS erhöhen die Vulnerabilität. Viele Betroffene versuchen, mit Fentanyl psychische Schmerzen zu betäuben.
  • Chronische Schmerzen und lange Einnahmedauer: Je länger Fentanyl genommen wird, desto höher das Abhängigkeitsrisiko. Patienten, die über Monate oder Jahre auf Opioide angewiesen sind, entwickeln fast immer eine körperliche Abhängigkeit.
  • Soziales Umfeld: Isolation, fehlendes soziales Netz, Armut oder ein Umfeld, in dem Drogenkonsum normalisiert ist, begünstigen die Abhängigkeit.
  • Missbrauch und höhere Dosen: Wer die verordnete Dosis eigenmächtig erhöht, Pflaster manipuliert oder Fentanyl auf anderen Wegen konsumiert, steigert das Risiko massiv.

Physische vs. psychische Abhängigkeit

Bei Fentanyl treten beide Formen oft parallel auf:

MechanismusSymptome/Folgen
Körperliche AbhängigkeitOpioid-Rezeptoren dauerhaft besetzt, körpereigene Endorphin-Produktion heruntergefahrenEntzugssymptome: Schwitzen, Zittern, Schmerzen, Übelkeit, Durchfall, Schüttelfrost, erhöhter Puls
Psychische AbhängigkeitGehirn hat gelernt: Fentanyl bringt Belohnung, Entspannung, EuphorieÜbermächtiges Verlangen (Craving), Rückfallgefahr auch nach Monaten, alles fühlt sich ohne Substanz falsch an

Bei Fentanyl ist die psychische Abhängigkeit besonders stark, weil die euphorisierende Wirkung so intensiv ist. Das Belohnungssystem wird regelrecht überflutet. Dieser “High” brennt sich ins Gedächtnis ein und wird zum Maßstab für alle künftigen Erfahrungen.

Eine Fentanyl-Überdosierung ist ein medizinischer Notfall, der binnen Minuten tödlich enden kann. Bei Menschen ohne Opioid-Toleranz gilt: 2 bis 3 Milligramm Fentanyl können tödlich sein. Das entspricht etwa der Menge weniger Salzkörner. 

Auf der Straße wird Fentanyl oft ungleichmäßig in Drogen gemischt. Ein Konsument kann eine vermeintlich sichere Dosis nehmen und unwissentlich eine tödliche Menge Fentanyl erwischen. Selbst erfahrene Drogenkonsumenten können die Dosis nicht einschätzen.

Naloxon (Narcan) ist das lebensrettende Gegenmittel. Es verdrängt Fentanyl von den Opioid-Rezeptoren und stellt die Atmung innerhalb von 2 bis 3 Minuten wieder her. Naloxon wird als Nasenspray oder Injektion verabreicht.

Da Naloxon nur 30 bis 90 Minuten wirkt und Fentanyl länger im Körper bleibt, ist nach der Gabe immer sofort der Rettungsdienst zu rufen. Bei vermuteter Überdosierung zählt jede Sekunde: Notruf 112, Person in stabile Seitenlage, wenn verfügbar Naloxon geben, beatmen bis der Rettungsdienst eintrifft.

Die Kombination von Fentanyl und Alkohol ist extrem gefährlich und kann tödlich enden. Beide Substanzen wirken dämpfend auf das zentrale Nervensystem, und ihre Effekte verstärken sich gegenseitig.

Fentanyl unterdrückt die Atmung, indem es die Atemzentren im Hirnstamm dämpft. Alkohol tut dasselbe. Wenn beide zusammenkommen, wird die Atemdepression potenziert. Schon moderate Mengen Alkohol können bei gleichzeitiger Fentanyl-Einnahme zu lebensbedrohlicher Atemdepression führen.

Ein Glas Wein oder Bier, das normalerweise relativ  harmlos wäre, kann in Kombination mit Fentanyl-Pflastern gefährlich sein. Betroffene werden extrem schläfrig, verlieren die Koordination und können bewusstlos werden.

Viele Todesfälle passieren nachts. Die Person schläft ein, die Atmung wird flacher und flacher, bis sie ganz aufhört. Ohne Sauerstoff stirbt das Gehirn binnen Minuten ab.

Studien zeigen, dass ein großer Prozentsatz der tödlichen Opioid-Überdosierungen mit Alkohol oder anderen sedierenden Substanzen zusammenhängt. Die Kombination macht selbst erfahrene Konsumenten unvorsichtig. Man fühlt sich entspannt, euphorisch, unterschätzt die Gefahr.

Wer Fentanyl einnimmt, ob verschrieben oder illegal, sollte komplett auf Alkohol verzichten. Auch kleine Mengen sind riskant. Die Wechselwirkung ist nicht kalkulierbar und kann jederzeit tödlich enden.

Eine Reha kann für Menschen mit Fentanyl-Abhängigkeit der entscheidende Schritt zurück in ein Leben ohne Opioide sein. Die strukturierte Umgebung, medizinische Überwachung und therapeutische Begleitung bieten die bestmöglichen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Entzug und eine langfristige Stabilisierung.

Strukturierte Entzugsbegleitung

In einer Rehaklinik erfolgt der Entzug nicht abrupt, sondern kontrolliert und schrittweise. Ärzte und Pflegepersonal überwachen rund um die Uhr den Gesundheitszustand. Die Dosis wird nach einem individuellen Plan reduziert, und bei starken Entzugssymptomen können sofort unterstützende Medikamente gegeben werden.

Der große Vorteil: Betroffene sind nicht allein mit ihren Beschwerden. Sie befinden sich in einem geschützten Raum, fernab von Auslösern und Versuchungen des Alltags. Die Versorgung mit Essen, Schlafplatz und medizinischer Betreuung ist gesichert. Das reduziert den Stress und erhöht die Erfolgsaussichten deutlich.

Therapieansätze

Eine Reha beschränkt sich nicht auf den körperlichen Entzug. Die psychische Abhängigkeit wird durch verschiedene Therapieformen behandelt:

  1. Einzelgespräche helfen, die Ursachen der Sucht zu verstehen. Oft liegen Traumata, unverarbeitete Konflikte oder psychische Erkrankungen zugrunde.
  2. Gruppentherapie ermöglicht den Austausch mit anderen Betroffenen. Man lernt, dass man nicht allein ist, und profitiert von den Erfahrungen anderer.
  3. Verhaltenstherapie vermittelt Strategien, um Craving zu bewältigen, Rückfallsituationen zu erkennen und alternative Bewältigungsmechanismen zu entwickeln.
  4. Achtsamkeitstraining und Entspannungstechniken wie Meditation, Atemübungen oder progressive Muskelentspannung helfen, innere Unruhe zu reduzieren und den Körper zu beruhigen.
  5. Bewegungstherapie fördert die körperliche Regeneration und setzt Endorphine frei, die natürliche “Glückshormone” des Körpers.
  6. Ernährungsberatung unterstützt den Körper dabei, sich von den Folgen des Opioidkonsums zu erholen. Eine ausgewogene Ernährung stabilisiert den Stoffwechsel und verbessert das Wohlbefinden.

Langfristige Stabilisierung

Der Entzug ist nur der erste Schritt. Die eigentliche Herausforderung beginnt danach. Eine gute Reha bereitet Betroffene auf das Leben nach der Entlassung vor. Es wird ein Rückfallpräventionsplan erarbeitet, der konkrete Strategien für kritische Situationen enthält.

Viele Kliniken vermitteln Kontakte zu Selbsthilfegruppen, ambulanten Therapeuten oder Suchtberatungsstellen. Die Nachsorge ist entscheidend, um langfristig abstinent zu bleiben. Wer nach der Reha in alte Muster und Umgebungen zurückkehrt, ohne Unterstützung zu haben, trägt ein hohes Rückfallrisiko.

Eine Reha kann Leben retten und den Weg in ein selbstbestimmtes Leben ohne Fentanyl-Abhängigkeit ebnen.

Fentanyl gehört zu den stärksten und gefährlichsten Schmerzmitteln überhaupt. In der kontrollierten medizinischen Anwendung kann es Leben retten und unerträgliche Schmerzen lindern, doch bei Missbrauch wird es zur tödlichen Bedrohung. Schon winzige Mengen können eine Überdosierung auslösen, die binnen Minuten zum Atemstillstand führt.

Die Abhängigkeit entwickelt sich schnell, oft innerhalb von Tagen oder Wochen, und die Kombination mit Alkohol potenziert die Gefahren dramatisch. 

Für Menschen, die in eine Fentanyl-Abhängigkeit geraten sind, gibt es Hilfe. Eine Reha bietet strukturierte Entzugsbegleitung, therapeutische Unterstützung und langfristige Strategien für ein Leben ohne Opioide. 

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  6. Drogen und chronische Infektionskrankheiten in Deutschland – DRUCK-Studie Verfügbar unter:  https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/175/215mAgApBHhE.pdf?sequence=1&isAllowed=y 
  7. Schätzung Opioidabhängiger in Deutschland Verfügbar unter:  https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Drogen_und_Sucht/Berichte/AbschlussberichtOpiS-Bericht_150518.pdf 
  8. Gefährliche Substanz: Was ist Fentanyl und welche Wirkung hat es? Verfügbar unter:  https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/sucht/was-ist-fentanyl-und-welche-wirkung-hat-es/ 
  9. Juli A, Juli G, Juli R, Juli L. Fentanyl: New Wave, New Age, New Addiction? Psychiatr Danub. 2024 Sep;36(Suppl 2):254-256. PMID: 39378480. Verfügbar unter:  https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39378480/
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